Unabhängiges SV Babelsberg 03 - Fanforum Foren-Übersicht Unabhängiges SV Babelsberg 03 - Fanforum

 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Potsdamer Mitte, durchs Kameraobjektiv betrachtet
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Unabhängiges SV Babelsberg 03 - Fanforum Foren-Übersicht -> Off-Topic
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
lucius
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 16.01.2010
Beiträge: 1105

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2017 11:02 am    Titel: Antworten mit Zitat



Heute Vormittag in der Charlottenstraße fotografiert
(Kameraposition gegenüber Szenekneipe Olga)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ölprinz
Der wo die ganze Kohle hat


Anmeldedatum: 07.06.2007
Beiträge: 3913
Wohnort: nich ganz 14482

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2017 1:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ziemlich einfältiges Transpi, find ich.
Luther mag wie geschätzte 99% seiner Zeitgenossen Antisemit gewesen sein und wahrscheinlich konnte er sich auch nichts ausser "Deutschsein" vorstellen, sein Beitrag für die Entwicklung Europas ist unabhängig davon gar nicht hoch genug einzuschätzen. Die aus dem zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext gerissene Kritik an Menschen, die ja im Wesentlichen auf der Kenntnis viel später erreichter Normen und Werte basiert, finde ich bestenfalls billig und wenig erhellend.
Denn auch wenn Luther die Trennung von Staat und Kirche sicher nicht zur Absicht hatte, sein Wirken war letztlich der wesentliche Anstoss für die Entwicklung von kirchlicher Gesetzgebung emanzipierter Gesellschaften.
Das weitgehende Ausbleiben einer solchen Reformation macht im Übrigen den Umgang mit dem Islam (und vor allem seiner mit den Praktiken der katholischen Kirche vor der Reformation durchaus vergleichbaren Auslegung) für viele Europäer so schwierig, denke ich.
Man muss ganz sicher nicht alles an Luther feiern und darf seine Intentionen, die vermutlich mit dem Ergebnis der Reformation nicht viel gemein hatten, gern kritisch betrachten, aber bitte wie bei jeder geschichtlichen Person im gesellschaftlichen Kontext der Zeit. Will sagen, jede in ihrem Betätigungsfeld noch so progressive Persönlichkeit wird darüber hinaus Denkmuster und Handlungsweisen aufweisen, die vom gesellschaftlichen Umfeld ihrer Lebensspanne geprägt sind und die sich natürlich im Nachhinein mit dem Wissen etlicher dazugekommender Jahrhunderte wohlfeil kritisieren lassen. Ob das dann die historische Leistung entscheidend schmälert, ich weiss es nicht.
Ich bin mir jedoch relativ sicher, dass es ohne Luther die Freiheit, ein solches Transpi aus`m Fenster zu hängen, ohne dass der katholische Glaubenswächter dreimal klingelt, nicht geben würde...
_________________
Heutzutage kaufen viele Leute mit dem Geld, das sie nicht haben, Sachen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Ernst Bloch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
der Fuchs
Theken-Trainer
Theken-Trainer


Anmeldedatum: 23.03.2011
Beiträge: 1789

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2017 7:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ölprinz hat Folgendes geschrieben:
Ich bin mir jedoch relativ sicher, dass es ohne Luther die Freiheit, ein solches Transpi aus`m Fenster zu hängen, ohne dass der katholische Glaubenswächter dreimal klingelt, nicht geben würde...

jetzt bürde der armen sau doch nicht noch mehr sachen auf, die der nie gewollt hätte. dass der staat einem heute die freiheit gewährt, ist doch wohl eher irgendwelchen knietief im blut stehenden französischen bürgerlichen zu verdanken - die am frei sein aber sicherlich nicht die möglichkeit transpis aufzuhängen, sondern was ganz anderes geschätzt haben -, als luthers sinnieren darüber, welche zustände es bräuchte, damit ein christ den ansprüchen seines eingebildeten obermackers gerecht werden kann. Wink


aber mal noch ne ernste frage: was hat man als mensch jetzt eigentlich gewonnen, wenn sich ein staat in seiner gesetzgebung, also in dem herrschaftlichen akt über einen, davon befreit, den inhalt dessen, was er einem da vorsetzt, entlang den erzählungen eines mächenbuches zu gestalten und stattdessen jetzt nur noch die eigenen maßstäbe gelten zu lassen? ich wüsste nicht, wo da der anlass zur freude sein soll.
_________________
Thomas Sankara
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ölprinz
Der wo die ganze Kohle hat


Anmeldedatum: 07.06.2007
Beiträge: 3913
Wohnort: nich ganz 14482

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2017 8:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, wieviel Du jetzt davon hast, weiss ich natürlich nicht.
Aber z.B. Schwule, Lesben oder auch schlicht Angehörige "anderer" Religionen wissen es vermutlich zu schätzen, dass ihr Lebensentwurf inzwischen zumindest dem Gesetz nach als (fast) gleichwertig gilt und nicht der willkürlichen Auslegung eines 2000 Jahre alten Geschreibsels unterworfen wird.
Die wesentlichen Unterschiede zwischen Grundgesetz und Scharia oder meinetwegen katholischer Inquisition möchte ich z.B. nicht am eigenen Leib demonstriert bekommen...
Dass Luther die Freiheit des Einzelnen nicht auf`m Zettel hatte und darüber hinaus Dutzende andere Personen und Ereignisse für deren Herausbilden wichtig waren, steht doch ausser Frage. Den Menschen jedoch erstmal die Möglichkeit zu geben, das Vorgebetete und für die Rechtssprechung Massgebliche überhaupt verstehen zu können ist doch ein elementarer Baustein für den Diskurs über die Rolle der Kirche. Und sein wa mal ehrlich, gänzlich ungefährlich dürfte sein Unterfangen damals nicht gewesen sein, von daher ist die Leistung als Solche fernab aller mit ihr verbundenen Intentionen durchaus einer Würdigung wert.
_________________
Heutzutage kaufen viele Leute mit dem Geld, das sie nicht haben, Sachen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Ernst Bloch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Statler
im-Winter-Zuhause-Bleiber
im-Winter-Zuhause-Bleiber


Anmeldedatum: 06.09.2006
Beiträge: 595
Wohnort: Loge

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 12:24 am    Titel: Antworten mit Zitat

Der Lutherplatz fetzt!
_________________
Da beißt die Maus kein' Faden ab!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Auggie_Smith
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 21.04.2012
Beiträge: 1225
Wohnort: Babelsberger Munke

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 12:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Statler hat Folgendes geschrieben:
Der Lutherplatz fetzt!

Mit anderen Worten "Lutherplatz bleibt!"
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lucius
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 16.01.2010
Beiträge: 1105

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 3:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ ölprinz

Das Motiv „Luther mit verbundenen Augen“ weist lediglich auf Luthers Blindheit, ja Verblendung und seinem Judenhass hin. Akteure der evangelischen Kirche in Hannover verbanden 2016 dem Lutherdenkmal symbolisch die Augen, um ein Zeichen gegen den Judenhass in Luthers Schriften zu setzen. Landesbischof Meister unterstützte diese Aktion mit folgenden Worten: „Während des Jubiläums müssen wir uns davor hüten, Luther blind zu verehren“. Aus dieser Intention wird vermutlich auch das Transpi in der Charlottenstraße entstanden sein, Respekt!

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Luther-Statue-an-der-Marktkirche-Hannover-bekommt-die-Augen-verbunden
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ölprinz
Der wo die ganze Kohle hat


Anmeldedatum: 07.06.2007
Beiträge: 3913
Wohnort: nich ganz 14482

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Dem Martin die Augen zu verbinden finde ich als Motiv mit Aussage ja durchaus gelungen.
Wenn dann noch sowas Differenzierendes wie "Während des Jubiläums müssen wir uns davor hüten, Luther blind zu verehren" drunter gestanden hätte - ich wäre fast Fan von.
Wink
"Kein Grund zum Feiern" finde ich hingegen angesichts der Tragweite der Reformation überzogen und der Bogen zu "deutscher Ideologie" (was auch immer das sein mag) spannt sich mir auch nicht so ohne weiteres.
_________________
Heutzutage kaufen viele Leute mit dem Geld, das sie nicht haben, Sachen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Ernst Bloch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Auggie_Smith
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 21.04.2012
Beiträge: 1225
Wohnort: Babelsberger Munke

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 3:50 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, hier lag die Kritik an der Verweigerung einer Anerkennung der historischen Bewertung der Reformation als epochalen Schritt auf dem Weg zur Aufweichung klerikaler Dogmen und als emanzipatorischer Befreiungsschlag gegen mittelalterliche Denkmuster aus damaliger Sicht klar im Vordergrund. Nebenbei verstört eben auch die merkwürdige Herstellung einer direkten Verbindung zu einer wie auch immer gearteten "Deutschen Ideologie" von Leuten, die dem Glauben mutmaßlich näher stehen, als ihnen lieb ist.
Die Aktion, ihm die Augen zu verbinden, um damit auf seine antisemitischen Abhandlungen zu verweisen, finde ich hingegegen gelungen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ölprinz
Der wo die ganze Kohle hat


Anmeldedatum: 07.06.2007
Beiträge: 3913
Wohnort: nich ganz 14482

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 4:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Auggie
Wenn Du damit meine Kritik meinst, hast Du den kleinen, meist kurios frisierten Hund in seinem Innersten erwischt.
_________________
Heutzutage kaufen viele Leute mit dem Geld, das sie nicht haben, Sachen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Ernst Bloch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Auggie_Smith
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 21.04.2012
Beiträge: 1225
Wohnort: Babelsberger Munke

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 4:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ölprinz hat Folgendes geschrieben:
@Auggie
Wenn Du damit meine Kritik meinst, hast Du den kleinen, meist kurios frisierten Hund in seinem Innersten erwischt.

Ich habe versucht, deine Intension zu erkennen und fing an, meinen Reim darauf zu schreiben, bevor du antwortetest. Wink
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
der Fuchs
Theken-Trainer
Theken-Trainer


Anmeldedatum: 23.03.2011
Beiträge: 1789

BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 2:00 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ölprinz

ja, jetzt sind z.b. die schwulen keinem 2000 jahre altem geschreibsel mehr unterworfen, dafür aber einem ganz modernen. du sagst es doch selbst: die schwulen dürfen hier fast (!) genauso viel wie die anderen. ihren lebensentwuf können sie gar nicht so ohne weiteres leben. nur fast rechtlich gleichgestellt zu sein, werden sie sich sicher nicht selbst ausgesucht haben. sie sind also immer noch einer staatsgewalt und deren kalkulationen unterworfen. die hat offenbar, heutzutage ganz ohne bibel, ebenfalls ihre vorbehalte gegen schwule und macht diese unter androhung von strafe geltend. geändert hat sich für die leute also überhaupt nichts.

der widerspruch, den du dir jetzt leistest, ist doch der, dass du dir einerseits permanent einen kritischen blick auf die aktuelle verfassheit deines lebens sowie den zustand der gesellschaft erlaubst und ganz selbstbewusst daran misst, was du für gut und richtig befindest. anderseits störst du dich aber gar nicht daran, dass es eben gar nicht du und deine mitmenschen sind, die sich untereinander darüber verständigen, wie sie leben wollen, sondern dies von einer regierung festgelegt wird. stattdessen trägst du das so ziemlich trostloseste lob vor, das man einer sache machen kann. nämlich: das gute bei uns ist, dass es hier nicht so schlimm zugeht, wie woanders. immerhin ist hier nicht scharia...
nichts für ungut, aber das ist wirklich das hochnotpeinlichste, was es gibt: sich bei der regierung, also der herrschaft (!), darüber beschweren, dass diese nicht macht, was man will bzw. diese dafür zu loben, dass sie nicht so schlimm mit einem umgeht, wie sie könnte.

sollte man sich vielleicht mal wirklich überlegen, ob man sich dieses ei immer wieder selber legen will.

insofern ist die trennung von kirche und staat doch das ergebnis eines machtkampfes der weltlichen und der geistlichen macht um die ausrichtung der gesellschaft gewesen, den die weltliche macht halt für sich hat entscheiden können. die religionen sind hierzulande letztendlich so zurechtgestutzt worden und dürfen den leuten heutzutage bloß noch trost und orientierung spenden - werden dabei aber schwer anerkannt und geschätzt. wer die verdammten dieser erde davon überzeugt, die härten des lebens einfach weiter auszuhalten, statt sie abzuschaffen, weil es ja noch das leben nach dem tod gäbe, in dem dann alles gut wird, der macht sich naturgemäß schwer beliebt bei jeder herrschaft...da mag der luther dann auch unfreiwillig einen enormen anteil gehabt haben. nur, sollte man das nehmen wie es war, eben ein gewinn für alle weltliche macht und nicht für die bürger.
_________________
Thomas Sankara
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
ölprinz
Der wo die ganze Kohle hat


Anmeldedatum: 07.06.2007
Beiträge: 3913
Wohnort: nich ganz 14482

BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 11:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

der Fuchs hat Folgendes geschrieben:
geändert hat sich für die leute also überhaupt nichts.

Gewagte These wenn man mal schaut, wie mit gleichgeschlechtlicher Liebe in Ländern umgegangen wird, deren Rechtssprechung im Wesentlichen auf der Auslegung der angeblichen Worte irgendeines Propheten basiert.
Aber gut, ich will den Thread nicht weiter zerlabern. Meine Kritik am Transpi hab ich dargelegt und mit meinen Mitmenschen verständige ich bisher relativ problemlos darüber, wie ich leben will. Das sind aber auch nicht so viele und keiner davon wohnt im Internet. Wink
_________________
Heutzutage kaufen viele Leute mit dem Geld, das sie nicht haben, Sachen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Ernst Bloch
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lucius
Turbieni-Fan
Turbieni-Fan


Anmeldedatum: 16.01.2010
Beiträge: 1105

BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 12:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ölprinz

Die Macher des Transpis haben der Darstellung ihres Motivs 'Luthers mit verbundenen Augen' auch die Adresse einer Internetseite beigefügt. Auf der erklären sie auch, warum sie meinen: „500 Jahre Reformation – Kein Grund zu feiern“. Klickt man auf dieser Seite im Menü „Wen ihr feiert…“ an, erfährt man auch die Gründe für ihre Kritik an Luther. 2 Beispiele:

IHR FEIERT EINEN AUTORITÄREN CHARAKTER
„Ein Christ soll Gewalt und Unrecht leiden, sonderlich von seiner Obrigkeit. Sünde hebt Obrigkeit und Gehorsam nicht auf, denn wir nicht allein den gütigen und frommen, sondern auch dem bösen und unschlachtigen Herren sollen mit aller Furcht untertan sein.“

IHR FEIERT EINEN SEXISTEN
„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“.

Weitere Zitate, die viel über den Charakter Luthers verraten, kann man hier lesen:
http://gegendiehelden.blogsport.eu/2017/01/19/wen-ihr-feiert/

Zum Thesenanschlag: Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, unterstütze Luther bei seinen Bemühungen, denn er fürchtete den Abfluss von Kaufkraft aus Kursachsen durch den Ablasshandel.
Somit gab es durchaus eine Allianz mit der Obrigkeit, die ihm nach seinem Auftritt in Worms freies Geleit ermöglichte und anschließend auf der Wartburg unter einem Pseudonym unterbrachte.
Die Thesen Luthers und sein Aufbegehren gegen Rom wurden zu jener Zeit auch zu einer Art Initialzündung für den Bauernkrieg. Eine Kette von Bauernaufständen richtete sich gegen die zunehmende Ausbeutung der Bauern durch Fürsten und Kirche. Aber Luther war kein Freund des kleinen Mannes, trotz seiner Kritik am Klerus war der Reformator eindeutig ein Befürworter der Obrigkeitshörigkeit. So wundert man sich auch nicht, als er der Obrigkeit zum Umgang mit den Aufständischen empfahl:
"Man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich... wie einen tollen Hund“.
Eigentlich durchaus vergleichbar, mit den Strafen der Inquisition bzw. Scharia.

Auf einer Seite der Bundeszentrale für politische Bildung lese ich folgende Einschätzung:
„Mit der Reformation beginnt ein Zeitalter der konfessionellen Polarisierung, an dessen Ende Mitteleuropa durch den Dreißigjährigen Krieg von 16-17 Millionen auf zehn Millionen Menschen geschrumpft sein wird. Dass das christliche Abendland in mehrere Konfessionen zerfiel, hatte nicht nur religiöse Auswirkungen, es prägte auch die Kultur sowie die Landes- und Reichspolitik. Auf ihrem langen Weg vom mittelalterlichen Personenverband zum modernen institutionalisierten, durchbürokratisierten Flächenstaat erfuhr die Gemeinschaftsbildung "Staat" durch ihre innige Verschmelzung mit der Konfession einen Modernisierungsschub.“
Den man ja durchaus positiv sehen könnte, gingen nicht zwei Weltkriege auf das Konto der „innigen Verschmelzung“ von Kirche und Staat.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
der Fuchs
Theken-Trainer
Theken-Trainer


Anmeldedatum: 23.03.2011
Beiträge: 1789

BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 2:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ölprinz hat Folgendes geschrieben:
der Fuchs hat Folgendes geschrieben:
geändert hat sich für die leute also überhaupt nichts.
Gewagte These wenn man mal schaut, wie mit gleichgeschlechtlicher Liebe in Ländern umgegangen wird, deren Rechtssprechung im Wesentlichen auf der Auslegung der angeblichen Worte irgendeines Propheten basiert.

du bist auch so einer, dem nichts zu peinlich ist, oder? die 3-4 sätze davor, die dir erklären, worin sich überhaupt nichts geändert hat, sowie den ganzen absatz danach, der dir sagen sollte, wie man mit dem umstand, dass sich im wesentlich nichts geändert hat, besser nicht umgehen sollte, das ignorierst du einfach.


ölprinz hat Folgendes geschrieben:
...und mit meinen Mitmenschen verständige ich bisher relativ problemlos darüber, wie ich leben will. Das sind aber auch nicht so viele und keiner davon wohnt im Internet. Wink

jaja, na klar. alle haben's selbst in der hand. man kennt in der regel ja auch nur ein paar leute - wenn man nicht gerade im internet wohnt. im real life ist alles also ganz easy. da sprechen sich die kleinen grüppchen untereinander kurz mal eben ab und dann kommen lebensbedingungen wie bei uns raus. und wozu's so gestalten wie die merkel dann eigentlich braucht, weiß so richtig auch keiner...
z.b. die leute, von denen in den armutsberichten die rede ist, die haben sich auch nur mit ihren mitmenschen darauf verständigt, dass umfänglich versorgt sein, mit allem, was ihnen so einfällt, einfach nicht ihr ding ist. stattdessen leben sie ganz freiwillig lieber total prekär. na klar! und die obdachlosen, ach lassen wir das...
_________________
Thomas Sankara
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Unabhängiges SV Babelsberg 03 - Fanforum Foren-Übersicht -> Off-Topic Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 3 von 4

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de